// DEEP DIVE | PRODUKTDATEN

Taxonomie und Klassifikation: Struktur für 100.000+ Produkte

Produktklassifikation ist die unsichtbare Infrastruktur Ihres Sortiments. Wo sie sauber ist, funktionieren Filter, B2B-Portale liefern Ihre Artikel aus und Cross-Selling-Algorithmen erkennen Ähnlichkeit. Wo sie lückenhaft oder inkonsistent ist, verschwinden Artikel in der Suche und Marktplätze weisen Datensätze zurück. Wir klassifizieren nach ETIM, ECLASS oder Ihrem eigenen Baum, KI-gestützt und in einem Bruchteil der manuellen Zeit.

DAS PROBLEM

Ohne Standard kein Handel

Im B2B-Geschäft entscheidet die Klassifikation darüber, ob Ihre Produkte überhaupt sichtbar werden. Wenn der Hersteller "Leuchte" sagt und der Händler nach "Lampe" sucht, findet der Kunde nichts. Ohne eine gemeinsame Sprache füllt sich der Warenkorb der Konkurrenz, nicht Ihrer.

Klassifikationsstandards wie ETIM oder ECLASS sind genau dieses Wörterbuch. Sie definieren, zu welcher Klasse ein Produkt gehört, welche Merkmale gepflegt werden müssen und welche Werte zulässig sind. Das macht den elektronischen Datenaustausch zwischen Herstellern und Händlern überhaupt erst möglich. Wer die Standards nicht bedient, fällt aus B2B-Marktplätzen, Beschaffungssystemen und Katalogen heraus.

Manuelle Klassifikation skaliert dabei nicht. Pro Artikel braucht ein gut geschulter Mitarbeiter mehrere Minuten, bei 100.000 Artikeln ist das ein Vollzeit-Team für Monate. Hinzu kommt: jede neue ETIM- oder ECLASS-Version (zum Beispiel ETIM 8 auf 9) erfordert ein Re-Mapping. Das hält kein Mittelstand mehr durch.

Warum ist ETIM- oder ECLASS-Klassifizierung notwendig?

Standards wie ETIM oder ECLASS ermöglichen den reibungslosen elektronischen Datenaustausch zwischen Herstellern und Händlern. Ohne korrekte Klassifizierung können Produkte in B2B-Portalen nicht gefunden, gefiltert oder verglichen werden. ETIM ist der führende Standard im Elektro-, SHK- und Werkzeugbereich, ECLASS dominiert in Maschinenbau, Chemie und Automotive. Beide werden über das BMEcat-Format ausgetauscht. Wer im B2B verkauft, kommt an ihnen nicht vorbei.

Automatische Zuordnung durch Semantik

/ UNSER ANSATZ

01

Schritt 01

Textanalyse

Die KI liest die vorhandene Produktbeschreibung, zum Beispiel "Schraube M8 Edelstahl A2 DIN 933". Sie extrahiert die relevanten Bedeutungsträger: Produkttyp Schraube, Gewinde M8, Material Edelstahl, Norm DIN 933. Das funktioniert auch bei stichwortartigen oder unvollständigen Beschreibungen, weil die KI Branchen-Semantik mitbringt.

02

Schritt 02

Klassen-Mapping

Auf Basis der extrahierten Merkmale sucht die KI im Klassifikationsbaum die passende Klasse. Für unsere Schraube wäre das in ECLASS zum Beispiel die Klasse 23-11-01-01 (Sechskantschraube). In ETIM 10.0 die passende EC-Klasse. Die Zuordnung folgt den offiziellen Regeln des Standards, wir interpretieren nicht eigenständig.

03

Schritt 03

Merkmals-Belegung

Sobald die Klasse steht, werden die zugehörigen Merkmale (Features) automatisch befüllt: Gewinde M8, Material Edelstahl A2, Norm DIN 933. Wo Merkmale aus dem Quelltext nicht eindeutig ableitbar sind, markiert die KI sie als "Missing" und sie gehen in die Governance-Pipeline.

04

Schritt 04

Validierung und BMEcat-Export

Bevor der Datensatz live geht, prüft eine Regel-Engine: Sind alle Pflicht-Merkmale gefüllt? Liegen die Werte in zulässigen Werte-Listen (LOVs)? Erst dann wird BMEcat-konform exportiert oder direkt in Ihr PIM eingespielt. Bei 1 Million Artikeln läuft das über Nacht.

Ihre eigene Shop-Struktur, KI-mapbar

Nicht jedes Unternehmen braucht ETIM oder ECLASS. B2C-Shops haben oft eigene Kategorienbäume ("Damen > Schuhe > Sneaker"), genauso wie Spezialhändler mit branchenspezifischen Logiken. Wir mappen auf jeden Baum, ob standardisiert oder kundenspezifisch. Bei einem Cross-Mapping (zum Beispiel ETIM-Daten für einen Shop, der intern in ECLASS denkt) übersetzt unsere Pipeline automatisch zwischen den Systemen, ohne dass Sie Daten doppelt pflegen müssen.

1 Million

Artikel klassifiziert pro Nacht statt pro Quartal

Ein manueller Klassifikator schafft realistisch 50 bis 100 Artikel pro Stunde, je nach Komplexität. Für 1 Million Artikel braucht ein Vollzeit-Team mehrere Monate. Die KI-Pipeline durchläuft denselben Bestand in einer Nacht, die kritischen 10 bis 20 Prozent landen am nächsten Morgen im Human-in-the-Loop.

Der Unterschied in Zahlen

Kriterium

Manuell

KI-Automatisierung (Xanevo)

Zeit pro Artikel

Minuten (gut geschulter Klassifikator)

Millisekunden (Batch-Processing)

Konsistenz

Subjektiv, abhängig vom Klassifikator

Objektiv, regelbasiert

Update-Fähigkeit

Mühsam bei jedem ETIM-Versionssprung

Automatisch neu mappbar

Skalierbarkeit

Linear (mehr Volumen = mehr Headcount)

Linear in Rechenzeit, nicht in Personal

Cross-Standard

Praktisch nicht machbar

ETIM zu ECLASS und zurück per Konfiguration

Standards implementieren, nicht erfinden

Wir nutzen die offiziellen Releases der jeweiligen Standardisierungsgremien: ETIM International für ETIM (aktuell Version 10.0), ECLASS e.V. für ECLASS, GS1 für GPC und UNSPSC für Beschaffungs-Klassifikationen. Updates der Standards werden in unsere Modelle eingespielt, sobald sie offiziell veröffentlicht sind. Sie bekommen Standardkonformität, kein selbstgebautes Klassifikations-System.

Drei Fragen, die Klassifikations-Verantwortliche stellen

Wir mappen automatisch neu. ETIM International stellt offizielle Mapping-Tabellen zwischen den Versionen zur Verfügung, die wir in unsere Pipeline einspielen. Ihre Bestandsdaten werden ohne manuellen Aufwand auf die neue Version aktualisiert. Was sich strukturell wesentlich ändert (neue Pflichtmerkmale, geänderte Klassen), erhält eine Diff-Ansicht zur Prüfung.

Ja. Cross-Mapping zwischen ETIM, ECLASS, UNSPSC und kundenspezifischen Strukturen ist Teil unseres Setups. Sie pflegen Ihre Daten einmal, und die KI liefert die passende Repräsentation für jeden Zielkanal: ETIM 10.0 für den B2B-Marktplatz, ECLASS für den Industrie-Kunden, eigene Shop-Struktur für Ihren B2C-Auftritt.

Sehr hoch, weil Standards klare Regeln haben und die KI nicht raten muss. Für eindeutige Artikel erreicht die Trefferquote regelmäßig über 95 Prozent. Unsichere Fälle, etwa bei mehrdeutigen Beschreibungen oder Sonderprodukten, gehen automatisch in den Human-in-the-Loop. Ein Klassifikator prüft nur die roten Fälle, statt 100 Prozent zu pflegen.

Verwandte Deep Dives

Data Governance

Wie das dreistufige Sicherheitsmodell (Pre, In-Process, Post-Validation) sicherstellt, dass die KI-Klassifikation produktiv vertrauenswürdig bleibt.

Mehr erfahren

Ontologie und Wissensmodelle

Was Taxonomie nicht abdeckt, lösen Ontologien: Beziehungen zwischen Produkten, Anwendungsfällen und Eigenschaften jenseits der Hierarchie.

Mehr erfahren

Golden Records

Wie konsolidierte Stammdatensätze die Klassifikation überhaupt erst belastbar machen, weil dasselbe Produkt nicht mehr unter drei verschiedenen Namen klassifiziert wird.

Mehr erfahren

// TAXONOMIE

Prüfen wir Ihren Klassifikations-Stand.

Welche Standards setzen Sie heute ein, wo sitzen die Lücken, welche Kanäle verlangen welchen Standard? Wir analysieren Ihren aktuellen Bestand, identifizieren die kritischen Mapping-Probleme und liefern eine konkrete Empfehlung für Ihren Klassifikations-Workflow. Ergebnis in einer Woche.

Unverbindlich und kostenfrei

.

60 Minuten remote

.

Ergebnis: konkrete Mapping-Empfehlung